Der „Memory Effekt“ – schnellerer Muskelaufbau nach einer Trainingspause

Jeder Sportler, der schon länger im Training ist, kennt die Situation: eine Verletzung, Stress im Beruf oder einfach nur die fehlende Motivation führen dazu, dass die Hanteln länger beiseitegelegt werden und das Training ausgesetzt wird.

Genau an dieser Stelle hört man immer wieder von dem sogenannten Memory Effekt. Während dieser lange Zeit für einen Mythos gehalten würde, so ist heute schon lange bewiesen, dass es diesen tatsächlich gibt und den Wiedereinstieg in das Training deutlich vereinfacht – insbesondere in Bezug auf den Muskelaufbau. Doch was steckt eigentlich hinter dem Memory Effekt?

Im nachfolgenden Beitrag möchten wir kurz erläutern, was sich hinter diesem Begriff verbirgt und in welchem Zusammenhang dieser im Kraftsport und Muskelaufbau steht…

Der Memory Effekt – das „Gedächtnis der Muskeln“

Wie der Name bereits erahnen lässt, handelt es sich bei dem „Memory Effekt“ um eine Art Gedächtnis der Muskeln – natürlich nur im bildlichen Sinne. Entscheidend sind hierbei die Muskelzellen sowie die Muskelzellkerne, welche sich in allen Muskeln befinden. Je mehr ein Muskel trainiert wird, desto größer wird dieser. Durch das größere Volumen steigt letztendlich auch die Anzahl der sich in den Muskel befindenden Zellen und Zellkerne.

Hört ein Sportler nun mit dem Training auf, kommt es relativ schnell zum Muskelabbau. Die Muskeln wirken kleiner und nicht mehr so durchtrainiert wie zuvor.

Doch nun kommt der Memory Effekt zum Tragen: Die Zellkerne bleiben den Muskeln erhalten. Man muss sich dies so vorstellen, dass in diesen Zellkernen sämtliche Informationen gespeichert werden; wie groß war der Muskel vorher und welche Leistung konnte dieser erbringen?

Beim Wiedereinstieg nach einer langen Trainingspause müssen diese Zellen und Zellkerne also nicht erneut „geschaffen werden“. Sie sind nach wie vor in den Muskeln vorhanden, wodurch der Muskelaufbau deutlich einfacher und schneller vonstattengeht als zu Beginn des Trainings.

Warum wurde der Memory Effekt stets als Mythos abgestempelt?

Den Memory Effekt gibt es wirklich. Dies haben bereits unzählige Studien bewiesen. Zuvor wurde allerdings angenommen, dass lediglich die bereits vorhande Erfahrung in dem Krafttraining für einen schnelleren Muskelaufbau entscheidend gewesen sei.

Diese Ansicht war lange verbreitet, da angenommen wurde, dass auch die Zellkerne mit Abnahme der Muskeln verschwinden. Diese hätten keinen Nutzen mehr in den Muskeln, wenn sie keine Leistungen mehr erbringen müssen. Doch diese Ansicht ist eine alte und -wie bereits angesprochen- schon lange widerlegt worden.

Guter Nebeneffekt: die bekannten Bewegungsabläufe

Nicht zum eigentlichen Memory Effekt gehören die bereits bekannten Bewegungsabläufe der verschiedenen Trainingsübungen. Ein Sportler, welcher vor seiner Pause schon länger trainiert hat, weiß genau, wie die Übungen ausgeführt werden müssen und auf was dabei zu achten ist. Auch dies führt natürlich zu einem schnelleren Muskelaufbau nach einer Trainingspause.

Sicherlich ist es die Kombination aus dem Memory Effekt und der bereits vorhandenen Erfahrung, die einen derart schnellen Muskelaufbau nach einer Pause ermöglichen. Doch den größeren Anteil an dieser positiven Tatsache hat dennoch eindeutig der Memory Effekt – das Gedächtnis des Muskels.

Fazit

Wer einmal eine längere Zeit aus dem Training raus ist, muss sich nicht zwingend auf eine harte Muskelaufbauzeit einstellen, wie es z.B. ganz am Anfang des Trainings der Fall war.

Wer schon länger trainiert hat und effektiv Muskeln aufgebaut hat, hat es wesentlich leichter wieder zu seiner alten Form zurückzufinden, als z.B. ein Komplett-Neuling. Die im Training „erarbeiteten“ Muskeln bauen sich in der Regel bei trainingserfahrenen Menschen deutlich schneller (wieder) auf.

 

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